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10.9.2025
Mir geht es leicht besser. Zum Glück konnte ich meine Testfahrten mit dem neuen KICKR Core 2 schon vor dem akuten Infekt absolvieren. Auch die Videos hatte ich glücklicherweise frühzeitig gemacht. Mit meinen Hustenanfällen wäre das jetzt nichts geworden.
Der Test des neuen KICKR Bike muss aber warten, bis ich wieder Sport machen kann. Als Hobby-Blogger muss ich aber auch keine super Ansprüche haben, was meine Aktualität betrifft. Ich teste das was ich kann und gebe meine Meinung, sobald Zeit und Gesundheit dafür reicht. Momentan geht es leider noch nicht.
Vor sechs Jahren ging es mir allerdings viel schlechter als heute. Facebook erinnerte mich gerade, dass ich vor genau sechs Jahren meinen gebrochenen Brustwirbel mit einem Fixateure Interne geflickt bekommen habe. Nach der OP hatte ich Höllenschmerzen und die Monate danach waren kein Vergnügen. An die Rückenschmerzen, die geblieben sind, habe ich mich irgendwie gewöhnt. Nicht nice, aber auch nicht zu ändern.

8.9.2025
Wenn sogar Fachzeitschriften schlechter testen als Hobbyblogger
Wie heißt es so schön? Die beste Krankheit taugt nichts. Meine Lungenproblematik wurde letzte Woche von Tag zu Tag schlechter, sodass ich die ersten drei Tage von zuhause arbeitete. Den Rest der Woche meldete ich mich krank.
Leider entfaltete das Kortison, das ich mir als Spray und in Tablettenform verabreichen musste (jetzt nur noch Spray), nicht die gewünschte Wirkung. Vermutlich hat sich was anderes drauf gesetzt.
Sonntagnachmittag zum Krafttraining war keine gute Idee. Sonst sitzt man montags wieder beim Arzt. Auf beiden Fotos sehe ich Kacke aus, aber die Maske steht mir gut, oder nicht? Wenigstens die Haare waren Sonntag gestylt.


Nach dem Arztbesuch ging es in die Apotheke unseres Einkaufszentrums: Antibiotikum, Hustensaft, Hustenstiller …
Ich fühlte mich schlapp und schlecht gelaunt, wie ein Rentner mit Motivationsmangel. So verhielt ich mich auch. Mit der Rolltreppe ging es in den ersten Stock zum Rewe – für Umme Zeitschriften lesen. Sowas hatte ich Jahre nicht getan.


Unter anderem blätterte ich durch das aktuelle RoadBike Magazin mit einem Test elektronisch verdunkelnder Sportbrillen. Nach dem Studium der Ergebnisse frage ich mich ernsthaft: Teste ich als Freizeitblogger etwa sorgfältiger als eine Fachzeitschrift?
Die Antwort nach genauerer Betrachtung: Definitiv ja.
RoadBike Magazin 09/25: Ein Paradebeispiel für schlechten Journalismus
Das RoadBike Magazin hat elektronisch verdunkelnde Sportbrillen getestet. Das Ergebnis? Ein Paradebeispiel dafür, wie man einen Produktvergleich nicht macht. Nach dem Studium der Testergebnisse frage ich mich ernsthaft, ob hier überhaupt jemand verstanden hat, was er da testet.
Die Kandidaten im Überblick
Evil Eye E-sense Next: 679 Euro – Testsieger „SEHR GUT“
Out Of Bot2+: 379 Euro – „GUT“
React Optray: 289 Euro – „Preis/Leistung TIPP“
Soweit klingt das nach einem vernünftigen Vergleichsfeld. Doch bei genauerer Betrachtung wird klar: Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen.
Problem 1: Selektive Modellauswahl
Das größte Problem liegt in der Produktauswahl. Während von Evil Eye das Topmodell für fast 700 Euro getestet wird, prüft man von React nur das Basismodell Ruby für 289 Euro. Das Topmodell React Rev für 329 Euro wurde komplett ignoriert. Das ist, als würde man ein Pinarello Dogma gegen ein Canyon Endurace in Basis-Ausstattung testen und sich dann wundern, warum das Pinarello gewinnt.
Die React Rev für nur 40 Euro mehr hätte von den technischen Daten her locker mit dem Testsieger mithalten können. V.a. die bei der Optray fehlende Verstellmöglichkeit bei Bügeln und Nasenpads ist bei der Rev top gelöst. Diese bewusste Ungleichbehandlung macht jeden Vergleich sinnlos.
Problem 2: Absurde Bewertungskriterien und falsche Daten
Besonders skurril wird es bei der Bewertung der Reaktionsgeschwindigkeit. Hier zeigt sich nicht nur mangelndes technisches Verständnis, sondern auch komplette Verwirrung.
Die tatsächlichen Reaktionszeiten:
- React: 0,1 Sekunden (schnellste)
- Evil Eye: 0,6 Sekunden (mittlere Geschwindigkeit)
- OutOf Bot2+: Knapp 1 Sekunde (langsamste)
Die RoadBike-Redaktion kritisiert die OutOf Bot2+ als „zu schnell“ – dabei ist sie mit knapp einer Sekunde tatsächlich die langsamste aller getesteten Brillen!
Die Realität aus der Praxis: Nach intensiver Nutzung zweier React-Brillen, Optray und Rev, (0,1s) und zwei OutOf Bot2+ (knapp 1s) kann ich bestätigen: Der Unterschied zwischen den extrem schnellen React-Brillen und den deutlich langsameren OutOf-Modellen ist in der Praxis marginal und eigentlich nicht wahrnehmbar. Die von mir nicht getestete Evil Eye liegt von der Geschwindigkeit in der Mitte.
Bei der Roadbike wird m.E. ein theoretischer Unterschied konstruiert, der real keine Rolle spielt – und dann auch noch falsch bewertet.
Was ein guter Test hätte zeigen müssen
Fairer Vergleich: Entweder alle Basismodelle oder alle Topmodelle
Klare Kriterien: Transparente Bewertungsmaßstäbe für alle Kandidaten
Technisches Verständnis: Die Redaktion sollte wissen, was sie testet
Korrekte Daten: Reaktionszeiten richtig recherchieren
Mein Fazit
Als Freizeitblogger setze ich andere Qualitätsmaßstäbe an meine Arbeit als diese Fachzeitschrift offenbar an ihre. Ein Test, der bewusst ungleiche Modelle vergleicht, falsche technische Bewertungen abgibt und dann auch noch die langsamste Brille als „zu schnell“ kritisiert, ist seinen Namen nicht wert.
Readers beware: Vertraut nicht blind auf Fachzeitschriften-Tests. Macht eure eigenen Recherchen und hinterfragt die Testmethodik. In diesem Fall hättet ihr mit einer Google-Suche zu den technischen Daten bessere Ergebnisse erzielt.
Bottom Line: So einen schwachen Produkttest habe ich in einer Fachzeitschrift lange nicht gelesen. Unglaublich, dass so etwas gedruckt wird. Als Freizeitblogger habe ich ganz andere Qualitätsansprüche an mich.
Was sind Deine Erfahrungen mit Fachzeitschriften-Tests?




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Boomer-Bashing ist ja gerade angesagt. Deswegen die kurze Nachfrage: Was unterscheidet einen Rentner mit Motivationsmangel von einem Menschen mit Motivationsmangel?
Hi Silas,
ein wenig Humor muss sein, finde ich. Für die Generation Alpha sind alle 25 Boomer, die älter als 25 sind. Deshalb werden all die, die die Älteren in den letzten Jahren als Boomer bezeichnet haben, selbst bald merken wie es ist, von jungen Menschen nicht mehr ernst genommen zu werden.
Ich bin dieses Jahr 60 geworden und schmunzle oft über mein Boomerverhalten, obhwohl ich aus 1965 gerade noch zu den Gen X gehöre.
Wenn ich also über Boomer witzele, lache ich eigentlich über mich selbst.
Ob es Unterschiede zwischen „Menschen mit Motivationsmangel“ und Rentner mit selbigem Problem gibt, darüber habe ich nicht nach gedacht. Meine ganz persönliche Angst ist, dass es mir mal so geht. Ich gehe gerne zur Arbeit weil ich sehr Ziel-, bzw. Ergebnisorientiert bin und etwas bewegen möchte. Wenn es dann irgendwann nur noch Blog und Radfahren gibt, ist es mit dem Antrieb vielleicht schnell vorbei – spätestens wenn auch die Gesundheit nachlässt.
LG
Claude