Spoiler Alert: Deine Stadt ist wahrscheinlich fußgänger- und fahrradfreundlicher, als du denkst!
Du kennst sie auch, oder? Diese ewigen Nörgler am digitalen Stammtisch, die bei jedem neuen Radweg das Ende des Abendlandes ausrufen. Hauptsache meckern – am besten über alles, was auch nur im Entferntesten mit dem Fahrrad zu tun hat.
Aber heute habe ich mal richtig gute Nachrichten für alle, die gerne zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. Der Spiegel hat nämlich eine ziemlich krasse Studie veröffentlicht, die zeigt: Deutschland ist viel fußgänger- und radfahrfreundlicher, als wir alle gedacht haben!
Quelle: https://www.spiegel.de/auto/leipzig-frankfurt-muenchen-wo-die-wege-zu-einkauf-arzt-schule-oder-sport-kurz-sind-a-9ebd533a-17c7-4869-b6b4-66531840465c
(leider hinter Paywall bzw. nur für Spiegel-Abonnenten)
Was zum Teufel ist eine „15-Minuten-Stadt“?
Falls du noch nie von dem Konzept gehört hast: Eine 15-Minuten-Stadt ist der Traum aller, die gerne zu Fuß gehen oder Rad fahren. Die Idee ist simpel und genial zugleich – alles, was du im Alltag brauchst, sollte innerhalb von 15 Minuten zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sein. Supermarkt, Arzt, Arbeitsplatz, Kneipe, Park – einfach alles.
Klingt utopisch? Dachte ich auch. Bis ich die Zahlen gesehen habe.
Die große Deutschland-Vermessung
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat mal richtig gründlich nachgemessen. Mit GPS-Daten, Algorithmen und dem ganzen digitalen Schnickschnack haben sie berechnet, wie lange du in deutschen Städten wirklich brauchst, um deine täglichen Wege zu erledigen.
Das Ergebnis? Prepare to be amazed: Rund 2.100 Städte und Gemeinden in Deutschland qualifizieren sich als 15-Minuten-Städte! Fast drei Viertel aller Deutschen leben an Orten, wo die wichtigsten Alltagsziele in maximal 15 Minuten erreichbar sind.
Und jetzt kommt der Hammer…
Plot Twist: Dietzenbach rockt!
Während auf Facebook immer alle über eine neue Radspur schimpfen und sich über 144 neueFahrradbügel aufregen (oh nein, drei Parkplätze weniger – die Apokalypse!), hat die Wissenschaft mal Fakten sprechen lassen.
Und diese Fakten sind der Hammer: Dietzenbach wird in vielen Zusammenhängen schlecht geredet – zu Unrecht! Das Wohnen hier ist nämlich überraschend gut, wie die Studie jetzt schwarz auf weiß beweist.

Dietzenbach hat einen Durchschnittswert von 7 Minuten!
Ja, richtig gelesen: 7 Minuten! Das bedeutet, du erreichst die wichtigsten Alltagsziele hier durchschnittlich in nur 7 Minuten zu Fuß oder mit dem Rad. Zum Vergleich: Leipzig, die hippe Fahrradstadt, schafft 6,7 Minuten.
Aber es wird noch besser: Dietzenbach erreicht beim detaillierten „15-Minuten-Stadt-Index“ stolze 78,5 von 100 Punkten. Das ist ein richtig starker Wert! Frankfurt und München, die Spitzenreiter, kommen auf etwa 85 Punkte.



Warum merken wir davon nichts?
Gute Frage! Die Studie zeigt auch, warum das Konzept der 15-Minuten-Stadt oft nicht funktioniert, obwohl theoretisch alles da ist:
- Wir wissen gar nicht, was in unserer Nähe ist (Zeit für eine Erkundungsfahrt mit dem Rad!)
- Die Rad- und Fußwege sind oft schlecht (da arbeitet Dietzenbach ja dran)
- Wir wollen Auswahl haben (verständlich – ich fahre auch lieber zum besseren Bäcker)
Besonders interessant: Für kleine Einkäufe funktioniert das 15-Minuten-Konzept richtig gut – 80-90% der Leute in den untersuchten Orten erledigen ihre Supermarkt-Trips tatsächlich zu Fuß oder mit dem Rad.
Die Realität vs. Social Media Shitstorm
Ist das nicht verrückt? Während die Stadtplanung in Dietzenbach kontinuierlich verbessert wird – neue Radwege, besserer ÖPNV, Kreisverkehr statt Ampel für flüssigeren Verkehr – regen sich manche Leute über jeden Fortschritt auf.
Fun Fact: Der Verkehr fließt sogar besser, seit die Fahrspur für den Radweg umgebaut wurde. Aber das passt halt nicht ins Weltbild der Ewig-Gestrigen.

Warum gute Radwege allen helfen
Hier kommt der Clou, den die Nörgler nicht verstehen: Gute Radinfrastruktur macht nicht nur Radfahren sicherer, sondern auch das Fußgängerleben entspannter!
Weißt du, warum manche Radfahrer auf Gehwegen fahren? Weil sie Angst haben! Wenn es sichere Radwege gibt, trauen sich auch die ängstlichen Radler auf die Straße. Das Ergebnis: Weniger Radfahrer auf Bürgersteigen, entspanntere Fußgänger.
Und die Tempo-30-Zonen? Die sind ein Game Changer! Nicht nur für die Sicherheit, sondern auch für den Mut. Bei 30 km/h trauen sich viel mehr Menschen aufs Rad – und das entlastet wiederum den Autoverkehr. Win-Win für alle!
Was das für uns alle bedeutet
Die Botschaft ist klar: Deutschland ist fußgänger- und radfahrfreundlicher, als wir denken! Auch in vermeintlich „problematischen“ Städten wie Dietzenbach funktioniert das 15-Minuten-Konzept erstaunlich gut – und zwar für alle, die sich ohne Auto bewegen wollen.
Die Infrastruktur wird kontinuierlich besser. Wir müssen sie nur nutzen – und zwar nicht nur für die täglichen Besorgungen, sondern auch, um zu entdecken, was eigentlich alles vor unserer Haustür liegt. Ob zu Fuß oder mit dem Rad!
Mein Tipp für dich
Schnapp dir dein Rad oder deine Laufschuhe und mach mal eine „15-Minuten-Challenge“: Gehe oder fahre 15 Minuten in jede Himmelsrichtung von deiner Haustür aus und schaue, was du alles entdeckst. Ich garantiere dir: Es ist mehr, als du denkst!
Und beim nächsten Mal, wenn wieder jemand über neue Radwege jammert, kannst du mit harten Fakten kontern: Dietzenbach ist eine 7-Minuten-Stadt mit 78,5 Punkten im 15-Minuten-Stadt-Index!
Aber: Jetzt erst recht weitermachen!
Bevor jetzt die ewig Gestrigen auf die Idee kommen „Seht ihr, ist doch alles gut, wir brauchen keine weiteren Verbesserungen“ – Stopp! Das Gegenteil ist der Fall.
Diese guten Werte sind der beste Beweis dafür, dass Dietzenbachs Weg richtig ist. Je wohler sich Menschen als Fußgänger und Radfahrer hier fühlen, umso lebenswerter wird die Stadt. Und das Beste daran: Bisher musste der Autoverkehr keine wirklichen Einschnitte verkraften – alle profitieren!
Das ist die Chance, Dietzenbach von „überraschend gut“ zu „richtig großartig“ zu machen.So, jetzt ab zu Fuß oder aufs Rad und die Stadt erkunden – ist ja eh alles in der Nähe!
Und zum Schluss:
Ich fahre Auto und fahre Rad. Von beiden besitze ich mehrere. Ich gehe zu Fuß, nehme den Bus oder die S-Bahn. Hopper habe ich noch nicht probiert. Wir sollten aufhören, Verkehrsteilnehmer gegeneinander auszuspielen. Das bringt niemandem was.



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Klingt gut, nur muß man bedenken, daß in einer 35.000-Einwohner-Stadt, wie Dietzenbach, die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, wesentliche Orte per Rad in 15 Minuten zu erreichen. »Meine« Kreisstadt ist auch in dieser Größe: 38k wovon ca. 2k auf zuletzt eingemeindete Randdörfer fallen. Die Radinfrastruktur ist aber wirklich schlecht, außer (immerhin!) eine die Stadt durchquerende Straße von der Bundesstraße zur Staatsstraße degradiert und dabei im Zentrum max. Tempo 30 eingerichtet zu haben, ist wirklich _nichts_ passiert, in zwanzig Jahren. Einige Einbahnstraßen dürfen in beide Richtungen beradelt werden, was teilweise suizidal anmutet, da die Straßen zu schmal für (Rad-)Gegenverkehr sind. (BTW: Stadtrat 75 % AfD + CDU + »konservative« Bürgerbewegung…)