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16.8.2025
Oscar und die Currywurst – Warum manche Leute einfach nicht verstehen
Momentan ist mein Schwager Oscar aus Ecuador bei uns, und natürlich wollte ich ihm ein echtes Stück Deutschland zeigen. Also sind wir zu “Best Worscht in Town” gegangen – ihr wisst schon, diese geniale Currywurstbude um die Ecke. Oscar war total begeistert von der scharfen Soße und meinte, das sei ja wie eine deutsche Version von Chorizo mit Gewürzen.
Dann poste ich ein Reel von ihm mit der Currywurst, und was passiert? Jemand kommentiert: “Das hat doch nichts mit deutscher Esskultur zu tun!”
Ähm, WHAT?
Liebe Leute, mal ganz entspannt: Die Currywurst IST deutsche Esskultur! Und zwar richtig authentische. Sie entstand 1949 in den Trümmern Berlins, als Herta Heuwer kreativ wurde und Bratwurst mit Curry-Ketchup kombinierte. Das war deutscher Erfindergeist in Reinform – mit dem, was da war, das Beste draus machen.
Seitdem ist die Currywurst so deutsch wie Bier und Fußball. Über 800 Millionen werden jährlich gegessen! Sie vereint alles, was wir Deutsche ausmacht: pragmatisch, bodenständig, aber trotzdem offen für neue Einflüsse. Egal ob Bauarbeiter oder Bankerin – alle stehen gemeinsam an der Bude.
Oscar hat es übrigens sofort verstanden. Für ihn war klar: “Das ist wie unser Streetfood, nur auf deutsch!” Genau so ist es – ehrliches Essen für ehrliche Leute.
Also, bevor jemand das nächste Mal behauptet, Currywurst sei nicht deutsch genug: Geht mal vor die Tür und schaut euch um. An jeder Ecke steht eine Bude, und das seit über 70 Jahren. Deutscher geht’s kaum.
… und von Gerhard Schröder möchte ich gar nicht erst reden. 😉
20.8.2025
Wenn der Gravel-Bomber zum Geschoss wird
Datum: Gestern
Bike: Litespeed Gravel (aka „Der schwere Langstrecken-Bomber“)
Mission: Büro-Pendeln mit Gepäck
Gestern war es endlich wieder soweit – der erste Bürotag mit dem Rad seit… äh… zu lange her! Das treue Litespeed Gravel musste mal wieder ran – mit Gepäcktaschen auf dem Gepäckträger.
Laptop? Check. Duschzeug? Check. Handtuch? Check. Bürokleidung? Check. Sneaker? Check.
Und die Unterhose? Ja, die ewige Angst! Aber das ist wirklich ein anderes Thema (und verdient einen eigenen Blogbeitrag über die Psychologie des Bike-Pendelns).
Das Duell am Gut Neuhof
Der Heimweg führte wie immer über den Radweg mit langer Steigung am Golfplatz Gut Neuhof in Dreieich. Mit all dem Gepäck schaffte ich ganz respektable 23 km/h bergauf, ohne dass meine Lunge komplett kapitulierte. Ich war richtig zufrieden mit mir und der Welt…
Bis ER kam.
Ein mittelalter Typ auf einem S-Works E-MTB. In Shorts, T-Shirt und Sneakern. Natürlich überholt er mich lässig am Berg, mit 2 km/h Geschwindigkeitsüberschuss.. Das schwarze, edle Teil surrte fast lautlos an mir vorbei.
Moment mal!
Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen! (Könnt ihr das? KÖNNT IHR DAS?!)
Die Rache des Gravel-Bombers
Was dann folgte, war pure Sturheit gepaart mit einem Anflug von Größenwahn. Ich schaltete in den „Vollgas-Modus“ und ballerte mit 27-28 km/h an dem Kollegen vorbei. Das Litespeed verwandelte sich von einem gemütlichen Pendler-Bike in eine Rakete mit Gepäcktaschen.
Oben angekommen war ich zwar heftig außer Puste, aber der Ehrgeiz war geweckt. Umweg? Aber klar doch! Wer braucht schon den direkten Weg nach Hause, wenn man ein Statement setzen kann?
Das große Finale
Der S-Works-Typ hatte offenbar dieselbe Route gewählt. Perfekt! Zeit für die ultimative Probe aufs Exempel:
- Bergab: Er war nicht schneller
- Bergauf: Er schaffte nur 25 km/h (Motor-Unterstützung geht nur bis 25, danach ist Schluss mit lustig!)
Ich konnte meinen Abstand kontinuierlich ausbauen, bis er irgendwann rechts abbog. Wahrscheinlich um sein angeschlagenes E-Bike-Ego zu pflegen.
Die Zahlen des Triumphs
Am Ende wurden es spontan 31 km mit einem finalen Schnitt von 26,3 km/h.
Das war einfach nur GEIL!
Auch wenn meine kaputte Lunge danach aus dem letzten Loch pfiff und ich mich fühlte wie ein Fisch auf dem Trockenen. Aber hey – Ehre ist Ehre!


Fazit
Der Litespeed Gravel hat mal wieder bewiesen, dass es trotz Gewicht und 50mm-Reifen schnell sein kann.. Manchmal reichen einfach meine Sturheit und die Weigerung, sich von surrenden Motoren überholen zu lassen.
Abends dann erstmal Regeneration…
P.S.: Heute bin ich im Homeoffice, aber die Unterhose für Donnerstag ist schon gepackt. Mission erfüllt auf ganzer Linie!
Stats:
- Distanz: 31 km
- Durchschnittsgeschwindigkeit: 26,3 km/h
- E-Bikes überholt: 1
- Ego-Level: Maximum erreicht
- Lungen-Zustand: Pfeift auf dem letzten Loch
18.8.2025
Wenn aus einem Absatz ein ganzer Artikel wird
Eigentlich wollte ich heute nur kurz über Oscars erste Gravelfahrt berichten. Ein, zwei Absätze maximal. Tja, daraus wurde dann ein kompletter Artikel – ihr findet ihn hier. Manchmal schreibt sich sowas einfach von selbst, und plötzlich hat man 500 Wörter, wo eigentlich nur 50 geplant waren. Kennt ihr das?
Danke für eure Kommentare!
Vielen Dank übrigens für die rege Diskussion zum Thema Social Media letzte Woche! Ja, ihr habt recht – würde ich mehr Haut zeigen, wäre der Instagram- und TikTok-Algorithmus vermutlich gnädiger zu mir.
Aber mal im Ernst: Wer will die faltige Haut eines 60-Jährigen sehen? Diese Zeiten sind bei mir definitiv vorbei. Da können die Algorithmen noch so sehr nach nackter Haut gieren.
Warum ich niemals Influencer werde (und das auch gut so ist)
Social Media lebt von Oberflächlichkeiten und Content, der in drei Sekunden konsumiert werden kann. Tiefgang? Längere Gedanken? Fehlanzeige. Deswegen werde ich es dort auch nie weit bringen.
Muss ich aber auch nicht.
Ich mache das hier aus Spaß an der Freude, nicht weil ich irgendwann vom „Influencen“ leben möchte. Mal abgesehen davon, dass das eh nur die wenigsten schaffen – und dann oft dumm aus der Wäsche schauen, wenn das Finanzamt genauer hinschaut.
Der Fiskus und ich: Eine ehrliche Beziehung
Apropos Finanzamt: Auch als Hobby-Medienschaffender bin ich lieber auf der sicheren Seite. Deswegen ist mein Blog als Gewerbe angemeldet, auch wenn die „Einnahmen“ aus Google-Werbung und ein paar Affiliate-Links eher symbolischer Natur sind.
Mit 60 will ich mir keinen Ärger mit dem Finanzamt einhandeln. Dafür ist mir meine Ruhe zu wichtig. Lieber alles sauber anmelden und die paar Euro versteuern, als später Stress zu haben. Das ist es einfach nicht wert.
Was sonst noch war
Ich habe ein neues Testgerät hier, mit dem ich die nächsten Wochen beschäftigt sein werde. Danach gibt es natürlich einen ausführlichen Testbericht und ein paar Lächerlichkeiten für Social Media.
Morgen steht die nächste Runde an – mal schauen, ob Oscar wieder mitkommt. Nach seiner Schotter-Taufe gestern ist er vermutlich noch am Verarbeiten.
In diesem Sinne: Habt einen schönen Abend und lasst es euch gut gehen!
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Deswegen ist dein „Blog“ auch der einzige den ich immer noch regelmäßig lese. Bin zwar nicht immer deiner Meinung, muss ich aber zum Glück auch nicht sein. Mach bitte weiter so!! 👍😃
Dankeschön 🙂
Infopost (Hoffe das ist okay, da es ja viele lesen): Wahoo hat mit den aktuellen Update die Bolt und Roams der ersten Generation zerschossen, da sie nicht bedacht haben das die noch alte GPS Technik haben. Die sind dran und wird die tage gefixt. Das individuelle Gerät ist i.O.
Danke, habe ich am Rande mitbekommen. Ein Glück, dass ich so ein altes Teil nicht mehr benutzen muss.
Ich bin froh das der noch lebt.. der Bolt V1 ist für mich Peak Radcomputer, unfassbar simpel, unfassbar schnell und unfassbar präzise bis heute! Wenn der durch sein sollte hole ich mir definitiv einen Coros Dura, der geistige Nachfolger. (Achtung es folgt eigene Meinung) Den Feature überladenen Mist der aktuellen Radcomputergeneration will ich bewusst nicht wärend der fahrt haben und will auch keine digitale Klingel oder Windsensor oder sonstigen Quatsch, der muss zeigen wo es lang geht, und die Werte, Punkt! Alles andere schau ich mir im Nachgang an oder interessiert mich einfach 0,0.
Dann ist der Choros vermutlich passend für Dich.
Ich bin auch froh, dass er (Bolt V1) noch lebt und hoffe, Wahoo macht das Versprechen wahr und liefert bald ein Firmware update. Klar, auch ich könnte mir einen neuen Wahoo kaufen und das Problem wäre gelöst. Aber bei aller Offenheit für neue Geräte und Technologien, manche Dinge sind schlicht voll ausgereift und der Mehrwert neuerer Generationen oft für mich keinen Cent mehr wert (siehe Mobiltel), Displaygröße/Lesbarkeit/Augen aussen vorgelassen.
Ich möchte keinen Radcompiter mehr, der kein Dual bzw. Multi Band beherrscht.
ist ja auch legitim, wenn das feature für Dich einen entsprechenden Mehrwert darstellt.
Finde es gut, wenn Firmen sowohl neue Produkte machen aber gleichzeitig die vorhandenen Produkte so lange wie eben möglich aktuell halten und Software-Problem ausbügeln. So kann man sich aussuchen, ob man neu kauft, weil neue feature persönlich wichtig und nicht weil vorhandenes Gerät urplötzlich Elektroschrott.
Sorry, aber „die deutsche Esskultur“ gibt’s nicht! Wenn du bei uns jemanden fragst, was für ihn „deutsche Esskultur“ ist, wird er saure Linsen mit Spätzle und Saitenwürschtle sagen (wo komme ich wohl her 😂). Andere werden sagen Schnitzel mit Pommes ist typisch deutsch. Andere Sauerkraut mit Kassler und Kartoffelbrei… Die Liste ist beliebig zu ergänzen…
Wo du Recht hast: die Currywurst wurde in Deutschland erfunden. Genauso wie der Döner übrigens auch 😉
Viel interessanter finde ich, was dieser Insta (??) Post schon wieder mit dir macht. Wie haben die Ärzte mal so „schön“ gesungen: lass sie reden…