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15.8.2025
Heute war es heiß. Aber ich durfte am späten Nachmittag mit Wasser spielen. Erst war das Canyon Endurace dran, dem ich dabei wieder die Laufräder wechselte.
Danach kam das Peugeot-Nostalgie-Rad dran. Das Modell ist ein PL18 M, sagte ein Papierschildchen, dass unter dem Tretlager klebte. Ein weiteres Indiz, dass das Rad sehr wenig gefahren wurde, bis es bei mir landete. In meiner freien Zeit werde ich anfangen, das Chrom des Peugeot Mixte Halbrenners zu polieren. Danach wird es eine Augenweide sein :-).

14.8.2025
Okay, wir müssen über diesen abstrusen Content-Fund reden. Da scrollt man durch Social Media und stolpert über die klassische Influencer-Inszenierung: Bauchfreies Sport-Outfit und Statement-Kette. Die Pose mit nach hinten gestreckten Armen beim Haare zusammenbinden – bewährter Move für maximale Engagement-Zahlen.
„Leute verstehen nicht, dass man so viel Geld fürs Radfahren ausgibt, bekommen aber Kinder“ – seriously? Hier werden Lebensplanung und Hobby-Budget wild durcheinandergeworfen. Das ist nicht nur ein schiefer Vergleich, sondern auch ziemlich problematisch.
Jessica aus Mannheim bedient sich hier einer typischen Social-Media-Strategie: Provokante These + Cycling-Hashtags + viel Haut = Reichweite. Die Fahrrad-Community wird instrumentalisiert, um Aufmerksamkeit zu generieren – ohne echten Mehrwert.
Kinder sind kein Lifestyle-Accessoire oder Konsumgut. Genauso wenig muss sich jemand in der Fahrrad-Community für teure Bikes rechtfertigen. Außerdem kann man beides haben. Kinder sind kein Hinderungsgrund Radsport zu machen.
Was sagst Du zu Jessica’s Aussage?

11.8.2025
Manchmal findet einen das Fahrrad
Vergangene Woche machten Clemens und ich bei unseren Ausfahrten durchs Burgund einen Abstecher nach Cormatin, weil man gegenüber des Schlosses nett sitzen und ein Bier mit Grenadine nehmen kann. Auf der Hauptstraße passierten wir einen Antiquitätenladen, dessen Waren teilweise auf dem sonnigen Bürgersteig standen. Mir fiel ein hellblauer Hingucker ins Auge: Ein Peugeot Halbrenner aus den späten 1970er/frühen 1980er Jahren stand dort zwischen alten Möbeln und Trödel. Der charakteristische türkise Lack, die klassische Simplex-Schaltung mit 2×5 Gängen – ein echtes Stück französischer Fahrradgeschichte.
150 EUR zeigte das Preisschild. Leider war die Ladeninhaberin nicht sehr preisflexibel, weil das Rad von ihrem Kompagnon eingebracht worden war. Der wäre erst Dienstag wieder im Geschäft. Für 120 EUR hätte ich es angezahlt und später mit dem Auto abgeholt. Aber mit 120 EUR war die Dame nicht einverstanden.
Zwei Tage konnte ich nicht aufhören, an das Rad zu denken, hatte es dann aber gedanklich abgehakt. Donnerstag trieb uns der Durst wieder nach Cormatin. Also fuhr ich vorbei und nach kurzer Verhandlung wechselte der Klassiker für 90 Euro den Besitzer. Ein guter Preis für einen Zeitzeugen, der die goldene Ära des französischen Fahrradbaus repräsentiert. Schnell wurden 50 EUR angezahlt und d<as Rad nach Rückkehr von der Radtour direkt mit dem Auto abgeholt.
Die erste Ausfahrt
Zuhause angekommen, pumpte ich erstmal die Reifen auf und justierte den Sattel auf die richtige Höhe. Schon bei der ersten Probefahrt zeigte sich: Der Peugeot läuft! Die indexlose Simplex-Schaltung braucht noch etwas Feintuning und ist momentan leicht verstellt – aber das gehört zum Charme dieser alten Systeme. Das Chrom an Lenker, Glocke und Gabelenden könnte eine Politur vertragen, zeigt aber eine wunderschöne Patina, die von einem schonenden Umgang zeugt. Das Rad scheint tatsächlich nicht viel bewegt worden zu sein in den letzten Jahrzehnten. Lediglich das hintere Schutzblech ist unter dem noch funktionierenden Rücklicht etwas eingedellt.

Was noch zu tun ist
Die To-Do-Liste ist überschaubar: Neue Reifen sind fällig, die alten haben ihre besten Tage hinter sich. Eine neue Kette wäre sinnvoll, um dem Antrieb wieder zu alter Frische zu verhelfen. Ansonsten sind es nur Kleinigkeiten – etwas Chrompolitur hier, Schaltungsjustage dort. Ach ja, das Lampe vorne funktioniert nicht. Vermutlich wird es das Birnchen sein.
Name
Ich habe schon eine Claudette (Renault 4) und einen Monsieur Claude (Renault 4 F4). Wie wäre es nun mit Claudine für das Fahrrad? Das könnte passen.
n+1 gilt immer
Brauche ich ein weiteres Fahrrad? Natürlich nicht. Will ich es haben? Absolut! Die Formel n+1 (wobei n die Anzahl der bereits vorhandenen Fahrräder ist) gilt bei uns Fahrradenthusiasten schließlich immer. Dieser Peugeot ist mehr als nur ein Fortbewegungsmittel – er ist ein Stück Fahrradkultur, das eine Geschichte erzählt. Von französischer Ingenieurskunst, von einer Zeit, als Simplex noch mit Shimano konkurrierte, und von gemütlichen Touren durch die französische Provinz.
Manchmal muss man einfach zugreifen, wenn einem ein solcher Klassiker über den Weg läuft. Oder besser gesagt: über den Weg steht.
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Hallo Claude,
Glückwunsch so etwas findet man nicht mehr alle Tage. Wirklich schön mit den schlanken (zierlichen) Stahlrohren und der verchromten Gabel. Ich habe Mal ein Faggin Rennrad mit gemufftem Rahmen in Weiß Blau aus dem Bekanntenkreis für 100€ erstanden. Das hängt schön im Fahrradschuppen an der Wand und wird Mal Sonntags bei gutem Wetter zur Eisdiele bewegt.
Gruß Jürgen
Glückwunsch!! Bei dem Preis wäre ich auch sofort schwach geworden!! Wirklich eine Schönheit! Viel Spaß damit.
Social Media?? Sorry, findet komplett ohne mich statt. Da kann ich mit meiner Zeit definitiv besseres anfangen!! Zum Beispiel teure Fahrräder kaufen und diese vor allem fahren.
Bye the way: wieso machst du eigentlich keine Posts mit viel Haut?? Du könntest das bestimmt viel besser!!! 😂😂😂
Nicht dass das jetzt falsch rüber kommt: ich meine meinen Kommentar nicht ernst sondern es sollte witzig sein. Ich weiß, habe teils einen komischen Humor. Sorry falls ich dich damit verletzt haben sollte!!
Mon Claude, ich fahr jetzt mit meinen 31 Jahren seit 21 Jahren Rennrad und Radrennen bis auf KT Level (mitlerweile nicht mehr) 🙂 Weiter wohne ich in einer Stadt, wo gerade ernsthaft über den ersten Fahrradblitzer diskutiert wird (München). Diese durch Influenzer getriggerten Newbies im Sport im immergleichen SYN oder Pas Normal Dress finde ich persönlich höchst befremdlich und möchte mich davon auch sehr distanzieren, da ich sie auch ultra toxisch finde. Andererseits freue ich mich natürlich über jeden der zu diesen tollen Sport findet – egal wie. Genau dies habe ich den Sport schon vor 15 Jahren prognostiziert, es gibt kaum eine Sportart die so dermaßen viel Individualisierung zulässt, sei es beim Rad, sei es bei den Klamotten. Alle Radsportler sollten sich dafür freuen, gerade wenn jetzt viele DINKS (double income no kids) in den Sport einsteigen, dass übt auch Druck auf die Regierung aus mehr in Radwegen zu Investieren und es ist und bleibt ein toller Sport und top für die Gesundheit. Lass die Influenzer machen, lass sie so provokant Reichweite generieren, wir profitieren davon. Ein Beispiel, das neue Canyon für 999€ gäbe es sicher nicht ohne die aktuelle Entwicklung, top Pendel- und Winterrad.
Gebe ich dir zu 100% Recht. Nur noch „schlimmer“ sind Triathleten. Dir zahlen ohne mit der Wimper zu zucken 1000€ und mehr für einen Wettkampf, haben null Tradition und kaufen sich jeden „Quatsch“ so lange er nur teuer genug ist… Zum Beobachten einfach herrlich!! 😂