Der Open Bike Sensor (OBS) ist ein cleveres kleines Gerät, das du an deinem Fahrrad befestigen kannst, um zu messen, wie knapp dich Autos überholen. Mit Ultraschallsensoren erfasst das batteriebetriebene Kästchen automatisch den seitlichen Abstand – und speichert auf Knopfdruck die Messung nebst GPS-Daten und Uhrzeit mit ab.
Warum das Ganze? Ganz einfach: Du machst damit sichtbar, was du täglich erlebst. Die 1,5 Meter Mindestabstand, die innerorts vorgeschrieben sind (außerorts sogar 2 Meter), werden ja leider oft nicht eingehalten. Der Open Bike Sensor dokumentiert das schwarz auf weiß. Viele Städte nutzen die Daten mittlerweile, um gefährliche Stellen zu entschärfen und das Radwegenetz sicherer zu machen.
Das Coole am Open Bike Sensor: Es ist ein Open-Source-Projekt! Die kompletten Baupläne und die Software findest du kostenlos im Netz. Wenn du ein bisschen basteln kannst, baust du dir für 50-80 Euro dein eigenes Messgerät zusammen. Keine Lust auf Lötkolben? Kein Problem: Viele ADFC-Gruppen bieten Bau-Workshops an, oft gemeinsam mit Repair-Cafés oder Makerspaces, wo dir geholfen wird. Wir beim ADFC im Kreis Offenbach haben 18 Bausätze bestellt, wovon 16 noch auf den Zusammenbau warten.
Deine Messdaten kannst du anonym auf openbikesensor.org hochladen. Dort entsteht eine große Karte, auf der alle gefährlichen Überholmanöver sichtbar werden. So hilfst du mit jeder Fahrt dabei, den Radverkehr für alle sicherer zu machen.
Hast du schon mal einen Open Bike Sensor ausprobiert? Vielleicht bei deiner ADFC-Gruppe vor Ort? Erzähl doch mal in den Kommentaren von deinen Erfahrungen – ob beim Selberbauen, bei Messaktionen oder wie eure Kommune mit den Daten umgeht. Ich bin super gespannt auf eure Geschichten!

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Hmm, also meine persönlichen Erfahrungen gehen weniger in die Richtung, dass das gefährliche Überholen an den „Stellen“ liegt. Und folglich habe ich auch meine Zweifel, dass die reine Erfassung, ohne dass sie irgendwelche Folgen für den betreffenden Autofahrer hat, nenneswerten Einfluss auf die Sicherheit für Radfahrer haben könnte.
Wir versuchen mit/als ADFC Impulse für das Verbessern der Radverkehrsführung und Infrastruktur zu geben. Mit dem Open Bike Sensor kann man neuralgische Stellen aufzeigen und die Argumentation stützen. Wenn die Kommunen Änderungen durchführen, gibt das den Radfahrern mehr Sicherheit.
Was das Verfolgen von Verstößen betrifft, bin ich ganz bei Dir.
Geht mir ähnlich. Liegt meist nicht an zu engen Straßen, eher am eingeschränkten Hirn der Autofahrer*innen.